Die Geschichte und die Entwicklungen in Karlsruhe können nicht getrennt betrachtet werden von denen des gesamtdeutschen Reiches oder gar Europas. Um die Vorgänge zu verstehen, bedarf es einiges Hintergrundwissens. An dieser Stelle soll versucht werden, dieses (zumindest punktuell) zu geben. In den Punkten, in denen es konkret um Karlsruhe geht, gibt es immer wieder Verlinkungen auf die entsprechenden Artikel im Hintergrundwissen. Sie erlauben es, das Gelesene in einen größeren Kontext einzuordnen.
Zudem werden einige Konzepte und Ereignisse kurz erläutert, die allgemein für das Verständnis der Webseite wichtig sind.
Wie kam Deutschland zu den Kolonien?
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Deutschland begann spät mit der Kolonialisierung, obwohl Deutsche zuvor in den Kolonien anderer Länder aktiv waren. Der Durchbruch kam 1879 mit Friedrich Fabris Schrift, die Kolonien als Lösung für Bevölkerungsprobleme und wirtschaftliche Interessen vorschlug. Obwohl Bismarck skeptisch war, leitete er die Berliner Westafrika-Konferenz (1884–1885), die den Wettlauf um Afrika auslöste. Deutschland erwarb mehrere Kolonien in Afrika und der Südsee, die zunächst von Handelsgesellschaften verwaltet wurden. Die Kolonien erwiesen sich jedoch als unrentabel. Deutschlands Kolonialreich umfasste 2% der Weltlandfläche, endete jedoch nach dem Ersten Weltkrieg.
Deutschland begann, im Vergleich zu anderen Kolonialmächten, erst relativ spät mit der tatsächlichen Kolonisierung von Gebieten. Es hatten sich aber zuvor schon viele Deutsche in den Kolonien anderer Länder engagiert: deutsche Wissenschaftler, Händler, Kaufleute, Forscher, Missionare und Soldaten waren häufig schon zuvor im Dienst der anderen europäischen Kolonialmächte. (Gründer & Hiery 2017:9). Zudem fiel das deutsche Engagement in die Zeit des Hochimperialismus, in der die Verbesserung von Transportmitteln einen schnelleren Austausch von Informationen, Waren und den Personen ermöglichte. Deshalb suchte man für die sich globalisierende Wirtschaft neue Absatzmärkte in Übersee. Nicht zuletzt wollten die Deutschen durch die Kolonien Ansehen in der Welt erlangen (Lindner 2016:16). Aber schon bevor das deutsche Reich damit begann, andere Länder zu kolonisieren, hatten einige deutsche Adlige kleinere, private Kolonien. So konnte beispielsweise Preußen-Brandenburg im 17. Jahrhundert durch Kolonien im heutigen Ghana und die Pachtung eines Teils der dänischen Insel St. Thomas rund 30 Jahre lang mit Sklavenhandel Geld verdienen (Gründer & Hiery 2017:10).
Der Durchbruch zur erfolgreichen Durchsetzung kolonialer Propaganda und Organisation gelang durch Friedrich Fabris Schrift „Bedarf Deutschland der Kolonien?“ im Jahr 1879. In dieser legte er dar, wie die Frage der wachsenden Bevölkerung durch eine Massenauswanderung geregelt werden könne, da der Lebens- und Ernährungsraum immer enger würde. Zudem forderte er einen Zugang zu Absatzmärkten und Rohstoffquellen sowie Anlagegebiete für den Kapitalexport. Des Weiteren sollten die Kolonien bei der Bewältigung innerpolitischer Probleme helfen (z.B. durch Verbrecherkolonien) und nicht zuletzt die Kolonialpolitik als Mittel zur nationalen Einigung dienen, sowie offensive deutsche „Kulturmission“ betrieben werden (Gründer & Hiery 2017:12, vgl. auch Lindner 2016:19).
Obwohl Bismarck einer Kolonisation zunächst skeptisch gegenüberstand, hatte er den Vorsitz der Berliner Westafrika-Konferenz, die zwischen November 1884 und Februar 1885 stattfand und an welcher 13 europäische Staaten sowie die USA teilnahmen. Bei der Konferenz wurde der Zugang zu Handel und Mission vertraglich geregelt. Vor allem kam es aber zu einer Festlegung von Kriterien für die Anerkennung von Kolonialbesitz („effektive Besetzung“). Dies löste einen Wettlauf um nicht besetzte Gebiete sowie die definitive Abgrenzung des Besitzstandes aus. Innerhalb weniger Jahre wurde ganz Afrika (außer Äthiopien und Liberia) unter den europäischen Mächten aufgeteilt (Gründer & Hiery 2017:14f.). Daraufhin erwarb Deutschland innerhalb eines Jahres vier „Schutzgebiete“ in Afrika (Deutsch-Südwest, Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika) und Gebiete in der Südsee (Deutsch-Guinea und die Marshallinseln). Die besetzten Gebiete hießen „Schutzgebiete“, da die Verwaltung der Territorien durch große Handelsgesellschaften erfolgen sollte und somit auch das finanzielle Risiko bei den Handelsgesellschaften liegen sollte. Dafür erhielten sie „kaiserliche Schutzbriefe“ und standen außenpolitisch unter dem Schutz des Reiches. Dieses Modell scheiterte jedoch und das Reich übernahm im Laufe der Zeit auch die rechtliche und politische Hoheit über die Gebiete – mit allen finanziellen und militärischen Folgen. Der Name „Schutzgebiete“ blieb zwar erhalten, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um „Protektorate“, sondern um „echte“ Kolonien handelte. Auch in anderen Teilen Afrikas und der Südsee gab es Versuche, deutsche Kolonien zu errichten, was teils auch gelang. Viele dieser Gebiete wurden allerdings wieder gegen diplomatische Anerkennung der bestehenden Gebiete oder gegen ein anderes Gebiet getauscht (wie etwa Sansibar gegen Helgoland) (Gründer & Hiery 2017:16f.). Zudem engagierte sich Deutschland zusammen mit anderen europäischen Kolonialmächten in China. Zwischen 1897 und 1914 bestand in der Bucht von Kiautschou/Jiazhou ein Marinestützpunkt. Bald kam es aber zu Auseinandersetzungen mit der chinesischen Bevölkerung. Die Imperialmächte arbeiteten hier eng zusammen, wie am gemeinsamen Vorgehen gegen die chinesische Boxerbewegung und später gegen die chinesische Regierung festzumachen ist. Bei dieser militärischen Aktion war der Oberbefehlshaber der Deutsche Alfred Graf von Waldersee (Lindner 2016:21). Unter dem Einfluss Bernhard von Bülows kaufte das Deutsche Reich von Spanien Ende des 19. Jahrhunderts die Marianen, Palau, und die Karolinen-Inseln. 1900 erhielt das Reich auch noch die westlichen Samoa-Inseln. Die letzte Erweiterung gab es 1911 durch einen Ausgleich mit Frankreich nach der Marokko-Krise: die deutsche Kolonie Kamerun wurde um einige Gebiete erweitert (Gründer & Hiery 2017:19f.). Gerade im Südpazifik stimmte man sich sehr eng mit anderen Kolonialmächten, insbesondere Großbritannien, ab. Dort ging es weniger um wirtschaftliche Vorteile, als um die Vorstellung Deutschlands als Weltmacht und das damit verbundene Ansehen (Lindner 2016:21).
Wirtschaftlich waren die Kolonien nie rentabel für den Staat (nur in Togo konnten einige Überschüsse erzielt werden). Dafür hatten einige Privatunternehmen und Minengesellschaften Gewinne (Lindner 2016:22).
Insgesamt umfassten die deutschen Kolonien 2% der Weltlandfläche; zum Vergleich: England besetzte 22,3%, Russland 11%, Frankreich 7%. Trotzdem war der Kolonialbesitz fast sechs Mal so groß wie das „Mutterland“ selbst. Das Kolonialreich endete faktisch nach dem ersten Weltkrieg, völkerrechtlich jedoch spätestens 1921. Die deutschen Kolonien wurden unter den Kriegsgewinnern verteilt, die das Gebiet militärisch besetzt hatten (Gründer & Hiery 2017:20ff.).
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Deutschland begann spät mit der Kolonialisierung, obwohl Deutsche zuvor in den Kolonien anderer Länder aktiv waren. Der Durchbruch kam 1879 mit Friedrich Fabris Schrift, die Kolonien als Lösung für Bevölkerungsprobleme und wirtschaftliche Interessen vorschlug. Obwohl Bismarck skeptisch war, leitete er die Berliner Westafrika-Konferenz (1884–1885), die den Wettlauf um Afrika auslöste. Deutschland erwarb mehrere Kolonien in Afrika und der Südsee, die zunächst von Handelsgesellschaften verwaltet wurden. Die Kolonien erwiesen sich jedoch als unrentabel. Deutschlands Kolonialreich umfasste 2% der Weltlandfläche, endete jedoch nach dem Ersten Weltkrieg.
Deutschland begann, im Vergleich zu anderen Kolonialmächten, erst relativ spät mit der tatsächlichen Kolonisierung von Gebieten. Es hatten sich aber zuvor schon viele Deutsche in den Kolonien anderer Länder engagiert: deutsche Wissenschaftler, Händler, Kaufleute, Forscher, Missionare und Soldaten waren häufig schon zuvor im Dienst der anderen europäischen Kolonialmächte. (Gründer & Hiery 2017:9). Zudem fiel das deutsche Engagement in die Zeit des Hochimperialismus, in der die Verbesserung von Transportmitteln einen schnelleren Austausch von Informationen, Waren und den Personen ermöglichte. Deshalb suchte man für die sich globalisierende Wirtschaft neue Absatzmärkte in Übersee. Nicht zuletzt wollten die Deutschen durch die Kolonien Ansehen in der Welt erlangen (Lindner 2016:16). Aber schon bevor das deutsche Reich damit begann, andere Länder zu kolonisieren, hatten einige deutsche Adlige kleinere, private Kolonien. So konnte beispielsweise Preußen-Brandenburg im 17. Jahrhundert durch Kolonien im heutigen Ghana und die Pachtung eines Teils der dänischen Insel St. Thomas rund 30 Jahre lang mit Sklavenhandel Geld verdienen (Gründer & Hiery 2017:10).
Der Durchbruch zur erfolgreichen Durchsetzung kolonialer Propaganda und Organisation gelang durch Friedrich Fabris Schrift „Bedarf Deutschland der Kolonien?“ im Jahr 1879. In dieser legte er dar, wie die Frage der wachsenden Bevölkerung durch eine Massenauswanderung geregelt werden könne, da der Lebens- und Ernährungsraum immer enger würde. Zudem forderte er einen Zugang zu Absatzmärkten und Rohstoffquellen sowie Anlagegebiete für den Kapitalexport. Des Weiteren sollten die Kolonien bei der Bewältigung innerpolitischer Probleme helfen (z.B. durch Verbrecherkolonien) und nicht zuletzt die Kolonialpolitik als Mittel zur nationalen Einigung dienen, sowie offensive deutsche „Kulturmission“ betrieben werden (Gründer & Hiery 2017:12, vgl. auch Lindner 2016:19).
Obwohl Bismarck einer Kolonisation zunächst skeptisch gegenüberstand, hatte er den Vorsitz der Berliner Westafrika-Konferenz, die zwischen November 1884 und Februar 1885 stattfand und an welcher 13 europäische Staaten sowie die USA teilnahmen. Bei der Konferenz wurde der Zugang zu Handel und Mission vertraglich geregelt. Vor allem kam es aber zu einer Festlegung von Kriterien für die Anerkennung von Kolonialbesitz („effektive Besetzung“). Dies löste einen Wettlauf um nicht besetzte Gebiete sowie die definitive Abgrenzung des Besitzstandes aus. Innerhalb weniger Jahre wurde ganz Afrika (außer Äthiopien und Liberia) unter den europäischen Mächten aufgeteilt (Gründer & Hiery 2017:14f.). Daraufhin erwarb Deutschland innerhalb eines Jahres vier „Schutzgebiete“ in Afrika (Deutsch-Südwest, Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika) und Gebiete in der Südsee (Deutsch-Guinea und die Marshallinseln). Die besetzten Gebiete hießen „Schutzgebiete“, da die Verwaltung der Territorien durch große Handelsgesellschaften erfolgen sollte und somit auch das finanzielle Risiko bei den Handelsgesellschaften liegen sollte. Dafür erhielten sie „kaiserliche Schutzbriefe“ und standen außenpolitisch unter dem Schutz des Reiches. Dieses Modell scheiterte jedoch und das Reich übernahm im Laufe der Zeit auch die rechtliche und politische Hoheit über die Gebiete – mit allen finanziellen und militärischen Folgen. Der Name „Schutzgebiete“ blieb zwar erhalten, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um „Protektorate“, sondern um „echte“ Kolonien handelte. Auch in anderen Teilen Afrikas und der Südsee gab es Versuche, deutsche Kolonien zu errichten, was teils auch gelang. Viele dieser Gebiete wurden allerdings wieder gegen diplomatische Anerkennung der bestehenden Gebiete oder gegen ein anderes Gebiet getauscht (wie etwa Sansibar gegen Helgoland) (Gründer & Hiery 2017:16f.). Zudem engagierte sich Deutschland zusammen mit anderen europäischen Kolonialmächten in China. Zwischen 1897 und 1914 bestand in der Bucht von Kiautschou/Jiazhou ein Marinestützpunkt. Bald kam es aber zu Auseinandersetzungen mit der chinesischen Bevölkerung. Die Imperialmächte arbeiteten hier eng zusammen, wie am gemeinsamen Vorgehen gegen die chinesische Boxerbewegung und später gegen die chinesische Regierung festzumachen ist. Bei dieser militärischen Aktion war der Oberbefehlshaber der Deutsche Alfred Graf von Waldersee (Lindner 2016:21). Unter dem Einfluss Bernhard von Bülows kaufte das Deutsche Reich von Spanien Ende des 19. Jahrhunderts die Marianen, Palau, und die Karolinen-Inseln. 1900 erhielt das Reich auch noch die westlichen Samoa-Inseln. Die letzte Erweiterung gab es 1911 durch einen Ausgleich mit Frankreich nach der Marokko-Krise: die deutsche Kolonie Kamerun wurde um einige Gebiete erweitert (Gründer & Hiery 2017:19f.). Gerade im Südpazifik stimmte man sich sehr eng mit anderen Kolonialmächten, insbesondere Großbritannien, ab. Dort ging es weniger um wirtschaftliche Vorteile, als um die Vorstellung Deutschlands als Weltmacht und das damit verbundene Ansehen (Lindner 2016:21).
Wirtschaftlich waren die Kolonien nie rentabel für den Staat (nur in Togo konnten einige Überschüsse erzielt werden). Dafür hatten einige Privatunternehmen und Minengesellschaften Gewinne (Lindner 2016:22).
Insgesamt umfassten die deutschen Kolonien 2% der Weltlandfläche; zum Vergleich: England besetzte 22,3%, Russland 11%, Frankreich 7%. Trotzdem war der Kolonialbesitz fast sechs Mal so groß wie das „Mutterland“ selbst. Das Kolonialreich endete faktisch nach dem ersten Weltkrieg, völkerrechtlich jedoch spätestens 1921. Die deutschen Kolonien wurden unter den Kriegsgewinnern verteilt, die das Gebiet militärisch besetzt hatten (Gründer & Hiery 2017:20ff.).
Wie herrschten die Deutschen über die Kolonien?
Deutschland begann spät mit der Kolonialisierung, obwohl Deutsche zuvor in den Kolonien anderer Länder aktiv waren. Der Durchbruch kam 1879 mit Friedrich Fabris Schrift, die Kolonien als Lösung für Bevölkerungsprobleme und wirtschaftliche Interessen vorschlug. Obwohl Bismarck skeptisch war, leitete er die Berliner Westafrika-Konferenz (1884–1885), die den Wettlauf um Afrika auslöste. Deutschland erwarb mehrere Kolonien in Afrika und der Südsee, die zunächst von Handelsgesellschaften verwaltet wurden. Die Kolonien erwiesen sich jedoch als unrentabel. Deutschlands Kolonialreich umfasste 2% der Weltlandfläche, endete jedoch nach dem Ersten Weltkrieg.
Deutschland begann, im Vergleich zu anderen Kolonialmächten, erst relativ spät mit der tatsächlichen Kolonisierung von Gebieten. Es hatten sich aber zuvor schon viele Deutsche in den Kolonien anderer Länder engagiert: deutsche Wissenschaftler, Händler, Kaufleute, Forscher, Missionare und Soldaten waren häufig schon zuvor im Dienst der anderen europäischen Kolonialmächte. (Gründer & Hiery 2017:9). Zudem fiel das deutsche Engagement in die Zeit des Hochimperialismus, in der die Verbesserung von Transportmitteln einen schnelleren Austausch von Informationen, Waren und den Personen ermöglichte. Deshalb suchte man für die sich globalisierende Wirtschaft neue Absatzmärkte in Übersee. Nicht zuletzt wollten die Deutschen durch die Kolonien Ansehen in der Welt erlangen (Lindner 2016:16). Aber schon bevor das deutsche Reich damit begann, andere Länder zu kolonisieren, hatten einige deutsche Adlige kleinere, private Kolonien. So konnte beispielsweise Preußen-Brandenburg im 17. Jahrhundert durch Kolonien im heutigen Ghana und die Pachtung eines Teils der dänischen Insel St. Thomas rund 30 Jahre lang mit Sklavenhandel Geld verdienen (Gründer & Hiery 2017:10).
Der Durchbruch zur erfolgreichen Durchsetzung kolonialer Propaganda und Organisation gelang durch Friedrich Fabris Schrift „Bedarf Deutschland der Kolonien?“ im Jahr 1879. In dieser legte er dar, wie die Frage der wachsenden Bevölkerung durch eine Massenauswanderung geregelt werden könne, da der Lebens- und Ernährungsraum immer enger würde. Zudem forderte er einen Zugang zu Absatzmärkten und Rohstoffquellen sowie Anlagegebiete für den Kapitalexport. Des Weiteren sollten die Kolonien bei der Bewältigung innerpolitischer Probleme helfen (z.B. durch Verbrecherkolonien) und nicht zuletzt die Kolonialpolitik als Mittel zur nationalen Einigung dienen, sowie offensive deutsche „Kulturmission“ betrieben werden (Gründer & Hiery 2017:12, vgl. auch Lindner 2016:19).
Obwohl Bismarck einer Kolonisation zunächst skeptisch gegenüberstand, hatte er den Vorsitz der Berliner Westafrika-Konferenz, die zwischen November 1884 und Februar 1885 stattfand und an welcher 13 europäische Staaten sowie die USA teilnahmen. Bei der Konferenz wurde der Zugang zu Handel und Mission vertraglich geregelt. Vor allem kam es aber zu einer Festlegung von Kriterien für die Anerkennung von Kolonialbesitz („effektive Besetzung“). Dies löste einen Wettlauf um nicht besetzte Gebiete sowie die definitive Abgrenzung des Besitzstandes aus. Innerhalb weniger Jahre wurde ganz Afrika (außer Äthiopien und Liberia) unter den europäischen Mächten aufgeteilt (Gründer & Hiery 2017:14f.). Daraufhin erwarb Deutschland innerhalb eines Jahres vier „Schutzgebiete“ in Afrika (Deutsch-Südwest, Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika) und Gebiete in der Südsee (Deutsch-Guinea und die Marshallinseln). Die besetzten Gebiete hießen „Schutzgebiete“, da die Verwaltung der Territorien durch große Handelsgesellschaften erfolgen sollte und somit auch das finanzielle Risiko bei den Handelsgesellschaften liegen sollte. Dafür erhielten sie „kaiserliche Schutzbriefe“ und standen außenpolitisch unter dem Schutz des Reiches. Dieses Modell scheiterte jedoch und das Reich übernahm im Laufe der Zeit auch die rechtliche und politische Hoheit über die Gebiete – mit allen finanziellen und militärischen Folgen. Der Name „Schutzgebiete“ blieb zwar erhalten, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um „Protektorate“, sondern um „echte“ Kolonien handelte. Auch in anderen Teilen Afrikas und der Südsee gab es Versuche, deutsche Kolonien zu errichten, was teils auch gelang. Viele dieser Gebiete wurden allerdings wieder gegen diplomatische Anerkennung der bestehenden Gebiete oder gegen ein anderes Gebiet getauscht (wie etwa Sansibar gegen Helgoland) (Gründer & Hiery 2017:16f.). Zudem engagierte sich Deutschland zusammen mit anderen europäischen Kolonialmächten in China. Zwischen 1897 und 1914 bestand in der Bucht von Kiautschou/Jiazhou ein Marinestützpunkt. Bald kam es aber zu Auseinandersetzungen mit der chinesischen Bevölkerung. Die Imperialmächte arbeiteten hier eng zusammen, wie am gemeinsamen Vorgehen gegen die chinesische Boxerbewegung und später gegen die chinesische Regierung festzumachen ist. Bei dieser militärischen Aktion war der Oberbefehlshaber der Deutsche Alfred Graf von Waldersee (Lindner 2016:21). Unter dem Einfluss Bernhard von Bülows kaufte das Deutsche Reich von Spanien Ende des 19. Jahrhunderts die Marianen, Palau, und die Karolinen-Inseln. 1900 erhielt das Reich auch noch die westlichen Samoa-Inseln. Die letzte Erweiterung gab es 1911 durch einen Ausgleich mit Frankreich nach der Marokko-Krise: die deutsche Kolonie Kamerun wurde um einige Gebiete erweitert (Gründer & Hiery 2017:19f.). Gerade im Südpazifik stimmte man sich sehr eng mit anderen Kolonialmächten, insbesondere Großbritannien, ab. Dort ging es weniger um wirtschaftliche Vorteile, als um die Vorstellung Deutschlands als Weltmacht und das damit verbundene Ansehen (Lindner 2016:21).
Wirtschaftlich waren die Kolonien nie rentabel für den Staat (nur in Togo konnten einige Überschüsse erzielt werden). Dafür hatten einige Privatunternehmen und Minengesellschaften Gewinne (Lindner 2016:22).
Insgesamt umfassten die deutschen Kolonien 2% der Weltlandfläche; zum Vergleich: England besetzte 22,3%, Russland 11%, Frankreich 7%. Trotzdem war der Kolonialbesitz fast sechs Mal so groß wie das „Mutterland“ selbst. Das Kolonialreich endete faktisch nach dem ersten Weltkrieg, völkerrechtlich jedoch spätestens 1921. Die deutschen Kolonien wurden unter den Kriegsgewinnern verteilt, die das Gebiet militärisch besetzt hatten (Gründer & Hiery 2017:20ff.).
Was bedeutet „Kolonialrevisionismus“?
Deutschland begann spät mit der Kolonialisierung, obwohl Deutsche zuvor in den Kolonien anderer Länder aktiv waren. Der Durchbruch kam 1879 mit Friedrich Fabris Schrift, die Kolonien als Lösung für Bevölkerungsprobleme und wirtschaftliche Interessen vorschlug. Obwohl Bismarck skeptisch war, leitete er die Berliner Westafrika-Konferenz (1884–1885), die den Wettlauf um Afrika auslöste. Deutschland erwarb mehrere Kolonien in Afrika und der Südsee, die zunächst von Handelsgesellschaften verwaltet wurden. Die Kolonien erwiesen sich jedoch als unrentabel. Deutschlands Kolonialreich umfasste 2% der Weltlandfläche, endete jedoch nach dem Ersten Weltkrieg.
Deutschland begann, im Vergleich zu anderen Kolonialmächten, erst relativ spät mit der tatsächlichen Kolonisierung von Gebieten. Es hatten sich aber zuvor schon viele Deutsche in den Kolonien anderer Länder engagiert: deutsche Wissenschaftler, Händler, Kaufleute, Forscher, Missionare und Soldaten waren häufig schon zuvor im Dienst der anderen europäischen Kolonialmächte. (Gründer & Hiery 2017:9). Zudem fiel das deutsche Engagement in die Zeit des Hochimperialismus, in der die Verbesserung von Transportmitteln einen schnelleren Austausch von Informationen, Waren und den Personen ermöglichte. Deshalb suchte man für die sich globalisierende Wirtschaft neue Absatzmärkte in Übersee. Nicht zuletzt wollten die Deutschen durch die Kolonien Ansehen in der Welt erlangen (Lindner 2016:16). Aber schon bevor das deutsche Reich damit begann, andere Länder zu kolonisieren, hatten einige deutsche Adlige kleinere, private Kolonien. So konnte beispielsweise Preußen-Brandenburg im 17. Jahrhundert durch Kolonien im heutigen Ghana und die Pachtung eines Teils der dänischen Insel St. Thomas rund 30 Jahre lang mit Sklavenhandel Geld verdienen (Gründer & Hiery 2017:10).
Der Durchbruch zur erfolgreichen Durchsetzung kolonialer Propaganda und Organisation gelang durch Friedrich Fabris Schrift „Bedarf Deutschland der Kolonien?“ im Jahr 1879. In dieser legte er dar, wie die Frage der wachsenden Bevölkerung durch eine Massenauswanderung geregelt werden könne, da der Lebens- und Ernährungsraum immer enger würde. Zudem forderte er einen Zugang zu Absatzmärkten und Rohstoffquellen sowie Anlagegebiete für den Kapitalexport. Des Weiteren sollten die Kolonien bei der Bewältigung innerpolitischer Probleme helfen (z.B. durch Verbrecherkolonien) und nicht zuletzt die Kolonialpolitik als Mittel zur nationalen Einigung dienen, sowie offensive deutsche „Kulturmission“ betrieben werden (Gründer & Hiery 2017:12, vgl. auch Lindner 2016:19).
Obwohl Bismarck einer Kolonisation zunächst skeptisch gegenüberstand, hatte er den Vorsitz der Berliner Westafrika-Konferenz, die zwischen November 1884 und Februar 1885 stattfand und an welcher 13 europäische Staaten sowie die USA teilnahmen. Bei der Konferenz wurde der Zugang zu Handel und Mission vertraglich geregelt. Vor allem kam es aber zu einer Festlegung von Kriterien für die Anerkennung von Kolonialbesitz („effektive Besetzung“). Dies löste einen Wettlauf um nicht besetzte Gebiete sowie die definitive Abgrenzung des Besitzstandes aus. Innerhalb weniger Jahre wurde ganz Afrika (außer Äthiopien und Liberia) unter den europäischen Mächten aufgeteilt (Gründer & Hiery 2017:14f.). Daraufhin erwarb Deutschland innerhalb eines Jahres vier „Schutzgebiete“ in Afrika (Deutsch-Südwest, Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika) und Gebiete in der Südsee (Deutsch-Guinea und die Marshallinseln). Die besetzten Gebiete hießen „Schutzgebiete“, da die Verwaltung der Territorien durch große Handelsgesellschaften erfolgen sollte und somit auch das finanzielle Risiko bei den Handelsgesellschaften liegen sollte. Dafür erhielten sie „kaiserliche Schutzbriefe“ und standen außenpolitisch unter dem Schutz des Reiches. Dieses Modell scheiterte jedoch und das Reich übernahm im Laufe der Zeit auch die rechtliche und politische Hoheit über die Gebiete – mit allen finanziellen und militärischen Folgen. Der Name „Schutzgebiete“ blieb zwar erhalten, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um „Protektorate“, sondern um „echte“ Kolonien handelte. Auch in anderen Teilen Afrikas und der Südsee gab es Versuche, deutsche Kolonien zu errichten, was teils auch gelang. Viele dieser Gebiete wurden allerdings wieder gegen diplomatische Anerkennung der bestehenden Gebiete oder gegen ein anderes Gebiet getauscht (wie etwa Sansibar gegen Helgoland) (Gründer & Hiery 2017:16f.). Zudem engagierte sich Deutschland zusammen mit anderen europäischen Kolonialmächten in China. Zwischen 1897 und 1914 bestand in der Bucht von Kiautschou/Jiazhou ein Marinestützpunkt. Bald kam es aber zu Auseinandersetzungen mit der chinesischen Bevölkerung. Die Imperialmächte arbeiteten hier eng zusammen, wie am gemeinsamen Vorgehen gegen die chinesische Boxerbewegung und später gegen die chinesische Regierung festzumachen ist. Bei dieser militärischen Aktion war der Oberbefehlshaber der Deutsche Alfred Graf von Waldersee (Lindner 2016:21). Unter dem Einfluss Bernhard von Bülows kaufte das Deutsche Reich von Spanien Ende des 19. Jahrhunderts die Marianen, Palau, und die Karolinen-Inseln. 1900 erhielt das Reich auch noch die westlichen Samoa-Inseln. Die letzte Erweiterung gab es 1911 durch einen Ausgleich mit Frankreich nach der Marokko-Krise: die deutsche Kolonie Kamerun wurde um einige Gebiete erweitert (Gründer & Hiery 2017:19f.). Gerade im Südpazifik stimmte man sich sehr eng mit anderen Kolonialmächten, insbesondere Großbritannien, ab. Dort ging es weniger um wirtschaftliche Vorteile, als um die Vorstellung Deutschlands als Weltmacht und das damit verbundene Ansehen (Lindner 2016:21).
Wirtschaftlich waren die Kolonien nie rentabel für den Staat (nur in Togo konnten einige Überschüsse erzielt werden). Dafür hatten einige Privatunternehmen und Minengesellschaften Gewinne (Lindner 2016:22).
Insgesamt umfassten die deutschen Kolonien 2% der Weltlandfläche; zum Vergleich: England besetzte 22,3%, Russland 11%, Frankreich 7%. Trotzdem war der Kolonialbesitz fast sechs Mal so groß wie das „Mutterland“ selbst. Das Kolonialreich endete faktisch nach dem ersten Weltkrieg, völkerrechtlich jedoch spätestens 1921. Die deutschen Kolonien wurden unter den Kriegsgewinnern verteilt, die das Gebiet militärisch besetzt hatten (Gründer & Hiery 2017:20ff.).
Verschiedene Arten von Kolonien
Deutschland begann spät mit der Kolonialisierung, obwohl Deutsche zuvor in den Kolonien anderer Länder aktiv waren. Der Durchbruch kam 1879 mit Friedrich Fabris Schrift, die Kolonien als Lösung für Bevölkerungsprobleme und wirtschaftliche Interessen vorschlug. Obwohl Bismarck skeptisch war, leitete er die Berliner Westafrika-Konferenz (1884–1885), die den Wettlauf um Afrika auslöste. Deutschland erwarb mehrere Kolonien in Afrika und der Südsee, die zunächst von Handelsgesellschaften verwaltet wurden. Die Kolonien erwiesen sich jedoch als unrentabel. Deutschlands Kolonialreich umfasste 2% der Weltlandfläche, endete jedoch nach dem Ersten Weltkrieg.
Deutschland begann, im Vergleich zu anderen Kolonialmächten, erst relativ spät mit der tatsächlichen Kolonisierung von Gebieten. Es hatten sich aber zuvor schon viele Deutsche in den Kolonien anderer Länder engagiert: deutsche Wissenschaftler, Händler, Kaufleute, Forscher, Missionare und Soldaten waren häufig schon zuvor im Dienst der anderen europäischen Kolonialmächte. (Gründer & Hiery 2017:9). Zudem fiel das deutsche Engagement in die Zeit des Hochimperialismus, in der die Verbesserung von Transportmitteln einen schnelleren Austausch von Informationen, Waren und den Personen ermöglichte. Deshalb suchte man für die sich globalisierende Wirtschaft neue Absatzmärkte in Übersee. Nicht zuletzt wollten die Deutschen durch die Kolonien Ansehen in der Welt erlangen (Lindner 2016:16). Aber schon bevor das deutsche Reich damit begann, andere Länder zu kolonisieren, hatten einige deutsche Adlige kleinere, private Kolonien. So konnte beispielsweise Preußen-Brandenburg im 17. Jahrhundert durch Kolonien im heutigen Ghana und die Pachtung eines Teils der dänischen Insel St. Thomas rund 30 Jahre lang mit Sklavenhandel Geld verdienen (Gründer & Hiery 2017:10).
Der Durchbruch zur erfolgreichen Durchsetzung kolonialer Propaganda und Organisation gelang durch Friedrich Fabris Schrift „Bedarf Deutschland der Kolonien?“ im Jahr 1879. In dieser legte er dar, wie die Frage der wachsenden Bevölkerung durch eine Massenauswanderung geregelt werden könne, da der Lebens- und Ernährungsraum immer enger würde. Zudem forderte er einen Zugang zu Absatzmärkten und Rohstoffquellen sowie Anlagegebiete für den Kapitalexport. Des Weiteren sollten die Kolonien bei der Bewältigung innerpolitischer Probleme helfen (z.B. durch Verbrecherkolonien) und nicht zuletzt die Kolonialpolitik als Mittel zur nationalen Einigung dienen, sowie offensive deutsche „Kulturmission“ betrieben werden (Gründer & Hiery 2017:12, vgl. auch Lindner 2016:19).
Obwohl Bismarck einer Kolonisation zunächst skeptisch gegenüberstand, hatte er den Vorsitz der Berliner Westafrika-Konferenz, die zwischen November 1884 und Februar 1885 stattfand und an welcher 13 europäische Staaten sowie die USA teilnahmen. Bei der Konferenz wurde der Zugang zu Handel und Mission vertraglich geregelt. Vor allem kam es aber zu einer Festlegung von Kriterien für die Anerkennung von Kolonialbesitz („effektive Besetzung“). Dies löste einen Wettlauf um nicht besetzte Gebiete sowie die definitive Abgrenzung des Besitzstandes aus. Innerhalb weniger Jahre wurde ganz Afrika (außer Äthiopien und Liberia) unter den europäischen Mächten aufgeteilt (Gründer & Hiery 2017:14f.). Daraufhin erwarb Deutschland innerhalb eines Jahres vier „Schutzgebiete“ in Afrika (Deutsch-Südwest, Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika) und Gebiete in der Südsee (Deutsch-Guinea und die Marshallinseln). Die besetzten Gebiete hießen „Schutzgebiete“, da die Verwaltung der Territorien durch große Handelsgesellschaften erfolgen sollte und somit auch das finanzielle Risiko bei den Handelsgesellschaften liegen sollte. Dafür erhielten sie „kaiserliche Schutzbriefe“ und standen außenpolitisch unter dem Schutz des Reiches. Dieses Modell scheiterte jedoch und das Reich übernahm im Laufe der Zeit auch die rechtliche und politische Hoheit über die Gebiete – mit allen finanziellen und militärischen Folgen. Der Name „Schutzgebiete“ blieb zwar erhalten, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um „Protektorate“, sondern um „echte“ Kolonien handelte. Auch in anderen Teilen Afrikas und der Südsee gab es Versuche, deutsche Kolonien zu errichten, was teils auch gelang. Viele dieser Gebiete wurden allerdings wieder gegen diplomatische Anerkennung der bestehenden Gebiete oder gegen ein anderes Gebiet getauscht (wie etwa Sansibar gegen Helgoland) (Gründer & Hiery 2017:16f.). Zudem engagierte sich Deutschland zusammen mit anderen europäischen Kolonialmächten in China. Zwischen 1897 und 1914 bestand in der Bucht von Kiautschou/Jiazhou ein Marinestützpunkt. Bald kam es aber zu Auseinandersetzungen mit der chinesischen Bevölkerung. Die Imperialmächte arbeiteten hier eng zusammen, wie am gemeinsamen Vorgehen gegen die chinesische Boxerbewegung und später gegen die chinesische Regierung festzumachen ist. Bei dieser militärischen Aktion war der Oberbefehlshaber der Deutsche Alfred Graf von Waldersee (Lindner 2016:21). Unter dem Einfluss Bernhard von Bülows kaufte das Deutsche Reich von Spanien Ende des 19. Jahrhunderts die Marianen, Palau, und die Karolinen-Inseln. 1900 erhielt das Reich auch noch die westlichen Samoa-Inseln. Die letzte Erweiterung gab es 1911 durch einen Ausgleich mit Frankreich nach der Marokko-Krise: die deutsche Kolonie Kamerun wurde um einige Gebiete erweitert (Gründer & Hiery 2017:19f.). Gerade im Südpazifik stimmte man sich sehr eng mit anderen Kolonialmächten, insbesondere Großbritannien, ab. Dort ging es weniger um wirtschaftliche Vorteile, als um die Vorstellung Deutschlands als Weltmacht und das damit verbundene Ansehen (Lindner 2016:21).
Wirtschaftlich waren die Kolonien nie rentabel für den Staat (nur in Togo konnten einige Überschüsse erzielt werden). Dafür hatten einige Privatunternehmen und Minengesellschaften Gewinne (Lindner 2016:22).
Insgesamt umfassten die deutschen Kolonien 2% der Weltlandfläche; zum Vergleich: England besetzte 22,3%, Russland 11%, Frankreich 7%. Trotzdem war der Kolonialbesitz fast sechs Mal so groß wie das „Mutterland“ selbst. Das Kolonialreich endete faktisch nach dem ersten Weltkrieg, völkerrechtlich jedoch spätestens 1921. Die deutschen Kolonien wurden unter den Kriegsgewinnern verteilt, die das Gebiet militärisch besetzt hatten (Gründer & Hiery 2017:20ff.).